Die Themenfestlegung für den Blog ist schon längst gemacht, die Keyword-Recherche ist abgehakt und der Blog ist schon seit drei Monaten online. Wöchentlich wird ein Blogbeitrag geschrieben und mehrmals wöchentlich über Social Media gepusht. Und dennoch ranken wir bei den relevanten Suchbegriffen nur auf Platz 54. Warum? Was kann man tun?

Das klassische Keyword Ranking

Lange galt eine klassische Keyword-Strategie als DER Eckpfeiler für eine erfolgreiche Optimierung der Website/des Blogs. Schließlich konnte man zum Großteil selbst mitentscheiden, für welche Suchergebnisse man gefunden werden wollte. Mit einer sauberen Keyword-Recherche galt das Fundament für den Online-Auftritt gelegt. Doch…

„Das semantische Verständnis der Suchanfragen, das Erkennen qualitativer Inhalte und die steigende Personalisierung von SERPs läuten den Untergang des klassischen Keyword-Rankings ein.“ – Matthew Barby/Website Boosting

Ist das klassische Keyword Ranking bald wirklich Geschichte? Kann man den Google Algorithmus gar nicht mehr aktiv beeinflussen?

Das sind die Top 3 Ranking-Faktoren

Der Google Algorithmus ändert sich gern und laufend. Nicht nur eine Handvoll Ranking-Faktoren bestimmen wie weit (und ob überhaupt) Blog und Website auf der ersten Seite der Suchergebnisse erscheint.

Um zu wissen, wie der Blog besser ranken kann und bestenfalls auf der ersten Google-Seite auftaucht, sollte man sich zu allererst darüber Gedanken machen, was eigentlich Google von einem Blogbeitrag oder einer Seite erwartet. Semantische Suchanfragen, HTTPS, mobilfreundliche Seiten… über 200 Rankingfaktoren werden beim Crawlen berücksichtigt und das sind die wichtigsten:

Der Content!
Sollte in allererster Linie das Problem des Lesers lösen! Die Problemlösung sollte anschaulich dargestellt werden und einen Mehrwert bieten.

Die Verlinkung!
Die richtige Verlinkung sorgt dafür, dass weitere Fragen, die sich im Zuge der Problemlösung ergeben, ebenfalls beantwortet werden. Interne Links führen dabei auf eigene Beiträge, externe Links auf fremde Beiträge/Studien etc. Eine ausgewogene Anzahl an Backlinks signalisiert Google Seriosität und

Die User-Experience!
Mit RankBrain, der von Google geschaffenen künstlichen Intelligenz, erhält der Algorithmus die Fähigkeit, selbständig zu lernen. Das Ziel? Bessere Suchergebnisse zu liefern und dadurch die User-Experience erheblich zu verbessern!

Es ist kein Geheimnis mehr, dass Google die Seiten bevorzugt, die dem Leser eine möglichst präzise und gute Antwort auf ihre Frage geben.  Zusammengefasst sollte man sich also eigentlich die Frage stellen: „Was möchte der Nutzer?

Was sind Themencluster und was ist der Pillar Content?

Google möchte dem Leser also ein bestmögliches Leseerlebnis bieten. Das geht nur, wenn der Crawler beim Durchforsten des Blogs auf eine gut strukturierte interne Website/Blog-Architektur stößt und schnell Zusammenhänge erkennt.

Bevor man also nun mit vorher recherchierten Keywords ein möglichst hohes Einzelranking für einen einzelnen Beitrag anstrebt, sollte man bedenken, dass Google die Anfragen auch semantisch erschließen kann. Es ist also durchaus zielführender den gesamten Blog anzusehen und ganze Themenbereiche zu definieren für die eine hohe Sichtbarkeit angestrebt wird.

Der Blog sollte aus mehreren Clustern bestehen. In einem Cluster befindet sich das Kernthema mit den verwandten Nebenthemen. Das Kernthema wird in einem ausführlichen Beitrag beschrieben („Pillar Content“) und die Nebenthemen (sog. „Content Pages“) linken zum Kernthema und wieder zurück.

Mit dem Blog auf die erste Google-Seite – Geheimtipp Themencluster- digital-services

Pillar Content & Content Pages bilden ein Themencluster

Mit dem Blog auf die erste Google-Seite – Geheimtipp Themencluster- digital-services

Blick auf den ganzen Blog mit mehreren Themenclustern

Die zahlreichen Verlinkungen signalisieren den Suchmaschinen, dass die Pillar Page wichtig und wertvoll ist – also eine Autorität auf diesem Gebiet innehat. Daraufhin lässt Google die Seite besser ranken.

Sollte eine der Content Pages hohen Traffic ausweisen, so wirkt sich das auch positiv auf das ganze Cluster aus – das ist der Clou!

How To – So starte ich richtig

Hubspot hat auch eine Antwort darauf, wie der Prozess zum Erstellen von Themenclustern aussehen kann:

Leitfaden: Themencluster erstellen

1.    Bestimmen Sie 5–10 Hauptprobleme Ihrer Buyer-Personas.
2.    Ordnen Sie jedes einzelne Problem einem breitgefächerten Themenbereich zu.
3.    Erstellen Sie dann anhand von Keyword-Recherche für jedes Hauptthema eine Reihe von Unterthemen.
4.    Lassen Sie sich Inhalte einfallen, die zu den Haupt- und entsprechenden Nebenthemen passen.
5.    Anhand von Analysen Ihrer Konkurrenz sollten Sie ermitteln können, ob diese Themen erhoffte Resultate liefern werden.
5.    Daraufhin lautet die Devise: Inhalte erstellen, evaluieren, optimieren.

Besonders wichtig hierbei ist Punkt 1: „Bestimmen Sie die Hauptprobleme ihrer Leser“. Denn schließlich sollen Blogbeiträge dem Leser einen Mehrwert bieten und nicht primär dem Google-Algorithmus dienen!

Proof of Concept & Beispiele – Hubspot

Hubspot hat sich dem Thema angenommen und hat es geschafft seine Sichtbarkeit und sein Ranking derart zu verbessern, dass Pillar Pages mittlerweile auf der ersten Seite von Google zu finden sind. Die Erfolgsbilanz in puncto Backlinks spricht ebenfalls Bände: Hubspot konnte nach Einführung der Strategie 1.500 Backlinks in zwei Monaten verzeichnen!

Beispiel Themencluster bei Hubspot:

Eine Pillar Page beschäftigt sich mit dem riesigen Kernthema „Facebook Marketing“ und verlinkt auf viele Content Pages, die dem Thema ähnlich sind und etwas mit Facebook Marketing zu tun haben.

Unter den Content Pages finden sich:

  • Tutorials darüber, wie man am besten eine Facebook-Seite erstellt,
  • ein Artikel zu den schönsten Titelbildern auf Facebook,
  • eine Anleitung, wie die Facbook-URL einer Seite geändert werden kann…

Eine Pillar Page kann entweder ein breites Thema durch eine sehr ausführliche Beschreibung aufgreifen oder kann auch lediglich eine Seite sein, die viel Traffic generiert und gut mit dem Cluster-Content verlinkbar ist. Hubspot selbst stellt hier seinen Generator für Blogging-Themen vor:

Hier lässt sich ein breites Spektrum an Inhalten erstellen, die auf den Generator verweisen können.
Denken wir an Maisberger und unsere Themen, was würde sich wohl anbieten? PR als Pillar Content ist zu allgemein? IT-PR? Industrie-PR? Vielleicht, aber wohl auch eher zu breit und nicht treffend, da potentielle Leser und Kunden das nicht wirklich suchen (Suchvolumen! Wettbewerb!). Passender wäre zum Beispiel das Thema Kundenreferenzprogramm oder Referenzkunden für die PR-Arbeit. Bietet genug Fleisch für Cluster Content, um Themen Autorität zu erzielen, ist thematisch aber noch nicht zu breit.

Besseres Ranking & zufriedene Leser dank Themencluster

Zusammenfassend lässt sich sagen: das Konzept ist kein Selbstzweck. Es dockt an den zwei maßgebenden Faktoren an: dem Leser und natürlich Google. Es garantiert eine interne Linkstruktur, die Google schätzt. Dem Leser hilft sie sich auf einer Website/auf einem Blog zurechtzufinden und dort auch lange zu verweilen. Die RankBrain Integration von Google bekommt das Signal, dass die Suchintention des Nutzers befriedigt wurde. Und als wertvolles Nebenprodukt erhalten Sie einen roten Faden für die Content Erstellung, die dem Redaktionsplan eine klare Richtung vorgibt.

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Katharina Korotcenko

Katharina Korotcenko

Account Manager bei Maisberger
Katharina Korotcenko hat ihr Interesse an digitalen Themen bereits im Studium entdeckt. Zwischen Twitter und dem Backend der Website fühlt sie sich besonders wohl und unterstützt Maisberger in allen Themen rund um die digitale Kommunikation.
Katharina Korotcenko