Content Friedhof. Ein Wort wie ein Schlag in die Magengrube des Marketers. Klar, um blumige Sprache waren PR’ler und Marketer nie verlegen. Schön, wenn sie nicht nur Selbstzweck ist. Die Wortkreation Content Friedhof ist es nicht, sondern hält dem Marketing Trend schlechthin den Spiegel vor: Content Marketing. Nein, Sie hören an dieser Stelle keine weitere Definition. Stattdessen wird es praktisch.

Ja, Content Marketing kostet Ressourcen

Die Achillesferse des Content Marketings ist der vergleichsweise hohe Ressourceneinsatz. Die Erstellung guter Inhalte – ob inhouse oder extern produziert – braucht Zeit und Budget. Auch der Channel, wo der Hauptinhalt liegt – meist Blog oder Webseite – braucht Zeit und Budget. Von der Vermarktung der Inhalte haben wir dann noch nicht  gesprochen. Ein großer Hebel, um aus dem Budget möglichst viel rauszuholen, ist die Wiederverwertung von Inhalten in anderen Formaten. Content Transformation oder Content Umnutzung nennt man das.

Durch proaktive Planung Budget für die Content Erstellung optimal nutzen

In Zeiten, in denen jedes durchschnittliche Unternehmen auf x digitalen Kanälen vertreten ist, kriegt das Thema nochmal Nachdruck. Statt auf jedes aktuelle Thema halbgar aufzuspringen, sollte man sich einer Story gezielt widmen und mit unterschiedlichen Inhalten das Maximum herausholen. Gehen wir idealtypisch vor, kann ein Unternehmen aus einer Studie für den PR-Einsatz theoretisch mindestens 75 Content Pieces erstellen.

So viele Content Pieces gewinnen Sie aus einem Studienreport

Ich kann Ihr Lachen bis hierher hören. „Haben Sie nicht eben noch von Budgets und Ressourcen gesprochen…“ Kurz sacken lassen…

Content umzunutzen und für unterschiedliche Kanäle passend aufzubereiten, ist ein wichtiger Faktor der Kampagnenplanung. Wenn die Studie eine der wichtigsten Kampagnen für Sie darstellt, sollte diese auch maximal verwertet und vermarktet werden. Schauen wir uns einmal an, was man aus einer Studie an unterschiedlichen Inhalten erstellen kann:

  • 1 Studien Volltext, 1 Key Results Booklet
  • 1 Slide Deck mit Studienergebnissen
  • 1 Pressemeldung
  • 1 Landing Page mit Formular
  • 1 Email Copy für E-Mail Blast an ausgewählte Kontakte
  • 4 Fachartikel zu Oberthema und Unterthemen
  • 1 Infografik
  • 1 Gastblogbeitrag
  • 3 Linkedin Pulse Beiträge vom CEO
  • 1 Videoanimation mit Kernergebnissen
  • 1 Speaker Videointerview, 3 kurze Video Statements
  • 15 Facebook Posts, 30 Tweets, 10 LinkedIn Posts

Erstellen Sie keinen Content, der Ihnen erfahrungsgemäß nichts bringt

Nicht jede Maßnahme oder jedes Content Piece macht gleichermaßen Sinn. Im besten Fall hat man durch vorheriges Erfolgscontrolling bereits Erfahrungen gesammelt und weiß, welche Inhalte und Kanäle am besten funktionieren. So kann man eine Kampagne rund um die Studie erstellen, die Wirkung erzielt. Denn nichts ist ärgerlicher, als 20k Euro für eine Studie auszugeben, deren Kommunikationswirkung verpufft, weil man sie nicht voll und ganz nutzt. Content Exploitation schimpfen die Amerikaner das. Ihre Inhalte sollten kein Hochzeitskleid sein, das nur einmal getragen wird. Content auspressen, das meiste aus dem rausholen, für das Public Relations– und Marketingressourcen ausgegeben werden.

Besondere Merkmale von Formaten und Kanälen berücksichtigen

Der größte Fehler, den vor allem Marketer begehen, ist, bei der Content Transformation strukturelle und sprachliche Eigenheiten des neuen Formats nicht zu berücksichtigen. Besonders eklatant tritt dies bei der Umgestaltung eines originären Marketing-Inhalts PR-Inhalts oder umgekehrt zutage. Die Zielgruppen sind grundlegend verschieden, was unbedingt berücksichtigt werden muss. Im nächsten Blogbeitrag zeigen wir, was bei der Überführung eines PR-Fachartikels in einen Blogpost zu berücksichtigen ist.

Erzählen Sie uns, welche Kampagnen bei Ihnen bevorstehen! Gern unterstützen wir Sie bei der Kampagnenplanung und Content Erstellung.

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Philipp Hühne

Philipp Hühne

Account Director Digital Communication bei Maisberger
Philipp Hühne ist Maisberger Weltenwandler: einer ersten Sozialisierung in der klassischen PR folgte die schritt- und sprungweise Erschließung weiterer analoger und digitaler Kommunikationsdisziplin. Sieht die Unternehmenskommunikation als großes Orchester, das aufeinander abgestimmt werden muss. Liebt Musik und Milchspeisen. Hat eine Abneigung gegen Croques und Hater (…).
Philipp Hühne