Lena Obermaier

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Account Manager bei Maisberger
Lena Obermaier spricht, schreibt, twittert und bloggt über alles, was den Menschen in der Arbeitswelt betrifft. Von Führung und Organisationsentwicklung, über HR-Software bis hin zu Recruiting und Employer Branding – die Themenbandbreite macht für sie den Reiz aus. Auch nach Feierabend: Sie liebt Kuchen backen, Brände löschen und alles dazwischen.
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Employer Branding ist eines der Buzzwords der Personalszene. Aber mal Hand aufs Herz: Brauchen Unternehmen das wirklich? Die Frage ist durchaus berechtigt. Schließlich ist es bei Employer Branding wie mit jedem anderen Bereich: Investitionen werden den erreichten Zielen und Erfolgen gegenübergestellt. Gerade mit dieser Messbarkeit scheinen Unternehmen aber nach wie vor ihre Schwierigkeiten zu haben. Doch strategische Arbeitgeberkommunikation kann und muss messbar sein. Und genau darin liegt der Schlüssel zum Erfolg: in der strategischen Ausrichtung.

Was ist Employer Branding? Eine Definition.

Aber erst einmal zu den Grundlagen und unserer Definition des Themas:

Employer Branding bezeichnet alle unternehmensstrategischen Maßnahmen mit dem Ziel, ein Unternehmen bei internen und externen Zielgruppen langfristig als authentischen und attraktiven Arbeitgeber zu positionieren.

Kern des Employer Branding ist eine Arbeitgebermarkenstrategie, die die Corporate Brand adaptiert oder spezifiziert. So entsteht eine Arbeitgebermarke, die Employer Brand. Sie vereint die Stärken des Unternehmens an sich, als Arbeitgeber, der Produkte und der Kultur – zugegebenermaßen eine Herausforderung, die viele abschreckt. Sich ihr zu stellen, lohnt sich aber.

Warum brauchen wir Employer Branding, wir finden doch nach wie vor Mitarbeiter?

Genau das ist zu kurz gedacht. Es stimmt, irgendwie findet man schon jemanden. Die Frage ist: Wie lange dauert die Suche? Und ist es dann wirklich der beste Mitarbeiter für die Position? Zahlreiche Studien zeigen: Der War for Talents – schon wieder so ein Buzzword – wird immer härter. Die Online-Jobbörse Stepstone beispielsweise fand in der Trendstudie 2016 heraus, dass 76 Prozent der Arbeitnehmer der Meinung sind, die Chancen auf dem Arbeitsmarkt seien gleich oder sogar besser als noch vor einigen Jahren. Nur 18 Prozent sagen, sie werden in fünf Jahren noch beim selben Arbeitgeber tätig sein. Während die Zahl der offenen Stellen in den letzten Jahren kontinuierlich steigt – aktuell sprechen wir von rund 600.000 vakanten Positionen – sinkt der Anteil der Arbeitslosen auf unter fünf Prozent. Das heißt für Unternehmen: Aus einem Arbeitgebermarkt ist ein Arbeitnehmermarkt geworden, der durch Entwicklungen wie den Fachkräftemangel, die viel analysierten Generationen Y und Z und auch die technologischen Entwicklungen rund um Digitalisierung geprägt ist. Unternehmen können sich nicht länger zurücklehnen und aus einer breiten Masse an Bewerbern wählen, sondern müssen ihre Komfortzone verlassen und selbst um gute Kandidaten werben – mit, Sie ahnen es, Employer Branding-Maßnahmen.

Auf einen Blick: 5 Vorteile des strategischen Employer Branding

 

  1. Finden, gewinnen, binden: Employer Branding ist ein Prozess, der sich nachhaltig auszahlt. Er endet nicht mit der Besetzung einer Stelle, sondern verfolgt das Ziel, gute Mitarbeiter auch zu binden und so wichtiges Know-how im Unternehmen zu halten.
  2. Qualität und Quantität: In innovationsgetriebenen Branchen machen oft gerade hochspezialisierte Fachkräfte den Unterschied. Sie sind rar und können sich ihre Stellen aussuchen. Es gilt, sie mit einer guten Employer Brand zu überzeugen.
  3. Kostensenkung: Wer per se als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen wird, findet nicht nur die passenden, sondern auch einfacher Bewerber. Aufwand und Kosten für Recruitingprozesse können so gesenkt werden.
  4. Leistungsbereitschaft: Wer sich mit seinem Arbeitgeber identifiziert, möchte auch, dass dieser sich gut entwickelt. Employer Branding erhöht die Leistungsbereitschaft und das Commitment der Mitarbeiter für das Unternehmen und seine Ziele.
  5. Geschäftserfolg: Logische Folge dieser erhöhten Leistungen ist ein gestiegener Geschäftserfolg. Motivation führt zu besserer Arbeit und damit zu zufriedeneren Kunden.

Überlassen Sie Employer Branding nicht dem Zufall!

Sicher kennen Sie die erste Grundregel der Kommunikation von Paul Watzlawick: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“ Genauso verhält es sich mit Employer Branding. Kandidaten und Mitarbeiter machen sich automatisch ein Bild von Ihrem Unternehmen als Arbeitgeber. Die Chance, dieses Bild aktiv so positiv und glaubwürdig wie möglich zu gestalten, sollte sich kein Unternehmen entgehen lassen. Denn am Ende entscheiden vielleicht Nuancen darüber, ob ein vielversprechender Bewerber zu Ihnen oder zu Ihrem direkten Konkurrenten geht. Ausschlaggebend sind zwei Punkte:

  1. Employer Branding heißt nicht, Luftschlösser zu bauen. Sie sollen Bewerber und Mitarbeiter mit realen Benefits und einer authentischen Employer Brand überzeugen. Was nach außen kommuniziert wird, muss sich auch innen wiederfinden.
  2. Erarbeiten Sie eine Employer Value Proposition, also ein Nutzenversprechen, das sich wesentlich von dem Ihrer Mitbewerber unterscheidet. Flache Hierarchien, eine wertschätzende Kultur oder leistungsgerechte Bezahlung sind keine Alleinstellungsmerkmale, allenfalls eine Selbstverständlichkeit und auf jeden Fall austauschbar. Und das sollte Ihre Employer Branding Strategie auf keinen Fall sein.

Um die Eingangsfrage zu beantworten: Ja, Unternehmen brauchen Employer Branding, um mit den besten Fach- und Führungskräften einen Wettbewerbsvorteil zu haben. Aber: Employer Branding ohne strategische Ausrichtung ist für die Katz‘. 

 

Wir unterstützen Sie gerne bei der individuellen Arbeitgebermarkenstrategie – sprechen Sie uns einfach an!

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