Anja von Bestenbostel

Anja von Bestenbostel

Account Director bei Maisberger
Anja von Bestenbostel beschäftigt sich bei Maisberger vor allem mit der Zukunft der Arbeit – ob in Texten für ihre Kunden oder als Teil der Doppelspitze des HR-Teams und als Besitzerin unseres tierischen Feelgood Managers.
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Vor einiger Zeit traf ich einen Personalleiter eines mittelständischen Verpackungsunternehmens mit offensichtlich schlechter Laune. Der Grund: Die Ergebnisse der letzten Mitarbeiterbefragung – die er als geradezu ehrenrührig für die Arbeit seiner Kollegen in der Personalabteilung empfand. „Offensichtlich ist unseren Leuten gar nicht klar, wie gut sie es bei uns haben und was wir ihnen hier eigentlich bieten. Wir haben teilweise katastrophale Beurteilungen bekommen, obwohl wir ein super Angebot zur Verfügung stellen.“ Aussagen wie diese sind nicht selten – und haben oft den gleichen Hintergrund: Die Arbeit der HR-Abteilung findet im Hintergrund statt, ihre Leistungen werden nicht offen kommuniziert und viele Mitarbeiter ahnen gar nicht, welche Vielfalt an Angeboten sie nutzen könnten, wenn sie denn von ihnen wüssten. Ein probates Gegenmittel ist die Konsequenz, die der besagte Personalleiter für sich zog: „Tue Gutes und rede darüber“ – oder mit unseren Worten: Internes HR-Marketing.

Internes HR-Marketing: A win-win situation

Mit einem guten internen HR-Marketing schlägt die Personalabteilung gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Ihre Angebote werden aufgrund der höheren Bekanntheit besser genutzt und ihre Arbeit stärker wertgeschätzt. In vielen Unternehmen wird Personalarbeit nach wie vor als rein administrative Tätigkeit wahrgenommen – vom Führen der Personalakten über das Verwalten von Urlaubs- und Krankentagen bis hin zur pünktlichen Überweisung der Gehälter. Dass hinter den Türen von HR häufig weitreichende Pläne zur Organisationsentwicklung geschmiedet werden und an dem Unternehmen von morgen gearbeitet wird, nehmen die meisten Mitarbeiter nur selten wahr. Dies zu ändern, muss aber nicht aufwändig sein – es reicht ein Mix aus guten Ideen und den richtigen Tools.

Fünf Tipps für das erfolgreiche interne HR-Marketing

 

Auf die Mischung kommt es an: Alle Mitarbeiter eines Unternehmens erreichen zu wollen, ist häufig herausfordernd, weil eine heterogene Zielgruppe adressiert werden soll – vom Mitarbeiter im Büro, über Arbeiter in der Produktion bis hin zu Vertrieblern, die meistens unterwegs sind. Diese Herausforderung kann jedoch durch eine gute Orchestrierung verschiedenster Kanäle gemeistert werden: E-Mail- und/oder Print-Newsletter, gedruckte Tabletteinleger für die Kantine, Flyer, die an verschiedenen zentralen Punkten im Unternehmen ausgelegt werden, ein eigener HR-Bereich im Intranet, Info-Stände zu bestimmten Themen – der Kreativität sind nahezu keine Grenzen gesetzt.

 Keep it simple: Die Lektüre von HR-Informationen gehört für die Mitarbeiter nicht zu ihrem Kerngeschäft – sie sollte ihnen also nicht zu viel Zeit abverlangen und der persönliche Mehrwert sollte schnell ersichtlich sein. Infotainment-Formate und die Ansprache an Orten, an denen die Mitarbeiter „Freizeit“ verbringen (Kantine, Teeküche, etc.) sind von daher empfehlenswert.

Gestern eine Abteilung, heute ein Brand: Um einen sofortigen Wiedererkennungswert der Informationen aus der HR-Abteilung zu gewährleisten, sollte mit ausdrucksstarken Visuals und ggf. auch einem Claim gearbeitet werden – falsche Bescheidenheit führt nicht zum Ziel. Dies gilt auch für die Kommunikation mit der Geschäftsführung: Beispielsweise kann eine eigene HR-Präsentation (natürlich innerhalb der CD-Vorschriften!) hier für verstärkte Aufmerksamkeit sorgen.

Kommunikation ist keine Einbahnstraße: Bei allen Kommunikationsmaßnahmen sollte es die Möglichkeit geben, dass Mitarbeiter Feedback an HR zurückspielen und in Kontakt mit der Personalabteilung treten. Der persönliche Kontakt ist immer noch die effektivste Möglichkeit, andere vom eigenen Mehrwert zu überzeugen.

Content sells: Bei aller Freude an der kreativen Verpackung: Letztlich kommt es auf den Inhalt an. Hier gilt es, sich zunächst einmal zu überlegen, mit welchen Themen sich HR gerne positionieren würde und welche Inhalte für die Mitarbeiter von Belang sind. Themenmonate können dabei helfen, den Informationsfluss zu strukturieren.

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