Du bist, was du postest. Vor ein paar Jahren noch mussten Bewerber damit rechnen, im Vorfeld eines Bewerbungsgespräches von potenziellen Arbeitgebern gründlich auf Facebook, Instagram und Co. durchleuchtet zu werden.

Das internationale Karrierenetzwerk CareerBuilder fand im Sommer 2014 in einer Umfrage unter Arbeitgebern heraus, dass mehr als die Hälfte aller Bewerber aufgrund gefundener Social Media Inhalte eine Absage des vorgestellten Jobs erhalten haben. Die Liste der Gründe führte an: provokative, unangemessene Fotos oder Hinweise auf Alkohol- und Drogenkonsum sowie abschätzige Äußerungen über den ehemaligen Arbeitgeber.

Digitales Vergessen hin oder her – das Blatt hat sich gewendet

Mittlerweile haben Bewerber die Möglichkeit, den Spieß herumzudrehen. Vergleichs- und Bewertungsportale schießen wie Pilze aus dem Boden. Ob für Hotels, Restaurants, Handy-, Strom- und Versicherungstarife – oder eben für Unternehmen als Arbeitgeber.

Bewerbungsverfahren, Arbeitsatmosphäre, Gehalt, Karrierechancen: In Erfahrungsberichten legen ehemalige oder noch aktive Mitarbeiter die Karten auf den Tisch und geben dem sich informierenden Leser das Gefühl: „Da kannste sicher sein“! Sicher, dass eine Bewerbung bei diesem Unternehmen ein großer Fehler ist. Oder dass man gerade dort an genau der richtigen Adresse ist.

Werden Unternehmen also zu dem, was andere über sie posten? Klick um zu Tweeten

Zumindest können Bewertungen im Netz die öffentliche Wahrnehmung enorm prägen. Arbeitgeber-Bewertungsportale spielen im Bereich Employer Branding eine immer wichtigere Rolle. Kununu.com, 2007 gegründet und 2013 vom beruflichen Netzwerk  XING übernommen, gilt mit über einer Million Bewertungen zu mehr als 250.000 Unternehmen derzeit als Marktführer im deutschsprachigen Raum.

Die Kehrseite der öffentlichen Markenbildung

Für Unternehmen ist die neue Transparenz im Netz Segen und Fluch zugleich. Die Möglichkeiten, die eigene Unternehmensmarke öffentlich attraktiv zu präsentieren, das Image aufzupolieren und das Recruiting zu pushen, sind vielfältig. Es fließt viel Geld ins Employer Branding. Doch je transparenter man sich darstellt, desto angreifbarer wird man – etwa auf Portalen wie Kununu.

Nicht immer fallen die Bewertungen positiv aus. Dessen müssen sich Arbeitgeber bewusst sein und mit den Konsequenzen leben. Oder zumindest professionell auf die kritischen Stimmen reagieren.

Wie Unternehmen auf Kritik ehemaliger Mitarbeiter reagieren können

Wie Unternehmen auf Kritik ehemaliger Mitarbeiter reagieren können

Aber kann das wirklich jeder? Wird ein Unternehmen einmal öffentlich inspiziert und werden interne Missstände aufgedeckt, die potentielle Bewerber möglicherweise abschrecken, kann es schwerfallen, mit der Kritik – sie mag berechtigt sein oder nicht – konstruktiv umzugehen. Deshalb haben wir einen Notfallplan aufgestellt – sozusagen ein Erste Hilfe Kasten für Image-Krisenfälle. Bei andauernden und größeren Schäden sollte trotzdem unbedingt ein erfahrenes Team herangezogen werden, um die Situation professionell zu bewältigen.

1. Aus den Augen aus dem Sinn?

 

Wegducken und ignorieren ist keine Lösung! Nutzen Sie die Möglichkeit, wie etwa auf Kununu, zu einzelnen Bewertungen Stellung zu beziehen.

2. Reagieren Sie zügig – aber nehmen Sie sich die nötige Zeit.

Prüfen Sie intern gründlich die Ursachen für die Bewertung und formulieren Sie Ihre Stellungnahme mit Bedacht.

3. Individuelle Reaktion auf individuelle Kritik:

Beziehen Sie sich in Ihrer Antwort explizit auf das Anliegen des Verfassers. Mit vorgefertigten Antworten gießen Sie nur Öl ins Feuer!

4. Bewertungen wertschätzen:

Jede Kritik – sofern konstruktiv – birgt für Sie die Chance, sich zu verbessern. Äußern Sie daher stets auch Ihren Dank für die Bewertung.

5. Schuld haben nicht die anderen – die Kritik richtet sich an Sie!

Fokussieren Sie sich auf die Lösung des Problems und nicht auf die Suche nach dem vermeintlichen Verursacher.

6. Diskussionen im Netz können ausufern.

Wenn ein Aufklärungsversuch aussichtslos ist, ziehen Sie einen Schlussstrich und lassen Sie sich nicht provozieren.

7. Analysieren und Monitoren!

Je mehr Sie die Stimmen im Netz im Blick haben, desto besser können Sie sich ein Bild von der öffentlichen Meinung zu Ihrem Unternehmen machen.

Die Erste Hilfe ist geleistet, aber der Patient blutet weiter?

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