Philipp Hühne

Philipp Hühne

Account Director Digital Communication bei Maisberger
Philipp Hühne ist Maisberger Weltenwandler: einer ersten Sozialisierung in der klassischen PR folgte die schritt- und sprungweise Erschließung weiterer analoger und digitaler Kommunikationsdisziplin. Sieht die Unternehmenskommunikation als großes Orchester, das aufeinander abgestimmt werden muss. Liebt Musik und Milchspeisen. Hat eine Abneigung gegen Croques und Hater (…).
Philipp Hühne

Nach außen lebt eine Kommunikationsberatung von Ihren Erfolgsgeschichten, die im Hochglanz-Pixelformat prominent auf der Webseite platziert werden und in jeder Pitch-Präsentation ihren berechtigten Platz finden. Nach innen lebt eine Agentur aber in gleichem Maße von Ihren Misserfolgen. Scheitern ist die Keimzelle fürs Bessermachen. In Agenturen werden die kleinen und großen Misserfolge meist süffisant in Alltime-Classic-Anekdoten verpackt. Spätestens nach dem ersten Verdauungsschnaps im Rahmen der jährlichen Sommer- oder Weihnachtsfeier werden die Geschichten zielsicher von einem Kollegen wieder aufs Tableau gebracht und mit genüsslicher Schadenfreude seziert.

Der initiale Kick-off-Workshop gibt die Richtung für eine erfolgreiche Beziehung zwischen Kunde und Agentur vor

Eine meiner Lieblingsgeschichten aus der Themenkategorie „Kunden aus der Hölle“ ist natürlich auch einem ehemaligen Kollegen (mir selbst doch nicht…) im Rahmen eines Strategieworkshops passiert. Fein säuberlich vorbereitet ging es mit einer Waffe von Powerpoint Präsentation zum Kunden, seinerzeit eine Unternehmensberatung mit Hang zum explorativem Materialismus. Mit einer gesunden Portion Respekt vor dem Hosenträgerschnalzen des Kunden stürzte sich der Kollege in den Workshop und startete Powerpoint-Präsentation. Nach viereinhalb Stunden vermeintlichem Workshops ergriff ein Managing Partner des Kunden das Wort: „Herr X, das ist ja alles wirklich spannend, was Sie hier präsentieren. Aber ich habe einen Workshop bestellt. Sie haben jetzt noch 30 Minuten Zeit.“ *Schluck* „Wo ist hier der Notausgang? Kann ich einen Kreislaufkollaps vortäuschen?“ Fortan war ein Worst Case Szenario für die Durchführung eines Workshops im Hause Maisberger geboren.

Kick-off Workshop, Messaging Workshop, Kampagnen Workshop…- Workshops können in der Beziehung zwischen Klient und Kommunikationsberatung mit unterschiedlichen Zielrichtungen geplant und durchgeführt werden:

  • Um den Startpunkt für eine nachhaltige Zusammenarbeit zu setzen und alle Beteiligten auf gemeinsame Ziele und Prozesse einzuschwören
  • Gemeinsam Sprachregelungen rund um das Branding, Kampagnen oder Krisensituationen zu definieren
  • Um Prozesse zu definieren – hier geht sonst später viel Geld und Zeit verloren

Wann empfiehlt sich die Durchführung eines Workshops?

Workshops legen das Fundament für die Kommunikationsarbeit beim Kunde und liefern dem Kundenberater das Handwerkszeug für seine Beratertätigkeiten, die Erstellung von Inhalten und deren Integration in die Gesamtkommunikationsstrategie. Ohne Workshop erschöpft sich die Rolle der Agentur meist in der einer verlängerten Werkbank. Die können aber eigentlich nur die großkalibrigen Kunden mit gut besetzter PR- und Marketingabteilung gebrauchen. Maisberger Geschäftsführer Dr. Alexander Pschera hat eine klare Vorstellung, wann es sich empfiehlt einen Workshop abzuhalten. „Bei Neukunden ist ein Workshop eigentlich Pflicht. Man sitzt einen halben oder ganzen Tag mit dem Kunden an einem Tisch, schaut sich in die Augen, kriegt einen Einblick in die wirtschaftlichen und kommunikativen Herausforderungen des Unternehmens und erhält ein wesentlich besseres Gefühl für die Bedürfnisse der Geschäftsführung und der Ansprechpartner.“ Doch auch bei langjährigen Bestandskunden sind unterjährige Workshops ratsam, etwa im Falle von neuen Produkt- oder Technologieeinführungen, starken Veränderungen im Unternehmen oder einfach, um die gemeinsame Zielerreichung abzugleichen.

Wie sieht eine optimale Zusammensetzung von Workshop-Teilnehmern aus?

Eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Kunde und Beratungsunternehmen hängt nicht zuletzt vom Commitment beider Parteien zur zielgerichteten Umsetzung ab. Auf Seite der Agentur ist die Verpflichtung gegenüber dem Kunden praktisch Vertragsbestandteil und nicht zu diskutieren. Auf Kundenseite braucht die Kommunikationsarbeit die volle Unterstützung der Geschäftsführung. Sonst verkommen PR und Marketing schnell zum Selbstzweck ohne zählbare Ergebnisse. Diese Gegenüberstellung beinhaltet im Grunde bereits die Antwort auf die Frage, wer von Agentur- und Kundenseite an einem Workshop teilnehmen sollte. Der Kunde sollte nicht nur die Indianer, sondern auch die Häuptlinge mitbringen. Zu den Häuptlingen zählen neben der Geschäftsführung und evtl. Investoren vor allem auch die Unternehmenssprecher. Sie müssen sich am Ende mit den Themen identifizieren können, die im Workshop als Kampagnen-DNA definiert werden. Ein Sprecher, der in Gesprächen mit Journalisten Bloggern, Analysten oder anderen Influencern seine Themen nicht kennt oder sich mit ihnen nicht wohlfühlt, kann schnell zum Bumerang werden und den Erfolg von Kampagnen bedrohen.  Das Account-Team der Agentur tritt selbstverständlich in voller Mannstärke an – vom Account Lead bis zum Trainee.

Für Trainees sind Workshops vielleicht die spannendste Erfahrung des Traineeships. Hier werden die Strategien geboren, die Pläne geschmiedet, deren Elemente man im Daily Business gemeinsam mit den Kollegen umsetzt. Doch auch Trainees ohne großen Erfahrungsschatz sollten in Workshops keinesfalls nur Zaungast sein, sondern sich aktiv einbringen. Für Johannes, dessen Traineeship bei Maisberger im Sommer begann, ist die Natur des Workshops schon jetzt klar: „Ein Workshop bedeutet Teamarbeit – und in einem funktionierenden Team bringt jeder seine Stärken ein. Wenn Erfahrung noch nicht zu den meinen zählt, stehen mir dafür erfahrenere Kollegen zur Seite. Mit diesem Rückhalt kann ich mich auf andere Faktoren konzentrieren, auf die es in der erfolgreichen Umsetzung eines Workshops ankommt. Das gelingt mit guter Vorbereitung und der richtigen Einstellung: Bin ich umfassend vorbereitet, kann ich mich inhaltlich an jeder Stelle einbringen. Und die Einstellung sorgt für das Selbstvertrauen, das auch in Anwesenheit erfahrener Kunden und Kollegen zu tun. Man ist immer nur so klein oder groß, wie man sich selbst macht.“ Wie ein erfolgreicher Workshop professionell vorbereitet wird, wurde in diesem Beitrag auf zielbar.de übrigens sehr professionell und detailliert erläutert.

Erfolg misst sich an der Zufriedenheit des Kunden, aber wie mache ich den Workshop zum Erfolg?

Abgesehen von einer guten Vorbereitung, die für die erfolgreiche Durchführung eines Workshops essentiell ist, hängt Wohl und Wehe des Workshops von der bestmöglichen Einbindung und Aktivierung des Kunden ab? „Aber für die Aktivierung der Teilnehmer gibt es leider kein Standard-Tool. Kunden, beziehungsweise Ansprechpartner sind sehr individuell. Daher liegt die Kunst darin, sich auf die Persönlichkeiten situativ einzustellen und auch spontan ein Bewusstsein dafür entwickeln zu können, welche Tools die passenden sind. Vor allem dann, wenn wir in unseren Kick-off Workshops mit Neukunden zusammenarbeiten“, so Teamleitungskollegin Anja Plattner, die direkt zu Jahresbeginn in den Genuss der Leitung zweier Workshops kam. „Um Ideen zu fördern oder Problemlösungen zu finden, greifen wir unter anderem auf Lego Serious Play zurück. Das ist ein moderierter Prozess, der das Spielerische und das Modellieren mit Lego Steinen mit den Belangen der Geschäftswelt verbindet. Neben dem zielgerichteten Einsatz von Tools ist es unsere Aufgabe, die Diskussion – und manchmal auch den Diskurs – zwischen allen Teilnehmern zu fordern und zu fördern.“

Jahresende und -beginn stehen in Agenturen ganz im Zeichen von Kundenworkshops und Jahresplanung. Gegenwärtig ist Anfang Februar. In zwei Wochen steht ein Social Media Workshop für ein IT-Unternehmen an. Und wenn ich nicht die nächste Anekdote beim Sommergrillen abgeben will, sollte ich mich schleunigst an die Arbeit machen.

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Workshops für die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Kunden und Agentur- digital-services
Philipp Hühne ist Maisberger Weltenwandler: einer ersten Sozialisierung in der klassischen PR folgte die schritt- und sprungweise Erschließung weiterer analoger und digitaler Kommunikationsdisziplin. Sieht die Unternehmenskommunikation als großes Orchester, das aufeinander abgestimmt werden muss. Liebt Musik und Milchspeisen. Hat eine Abneigung gegen Croques und Hater (…).
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